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Medikamente zur Behandlung der Demenz

Fortschritte der Medizin haben die Behandlung von Patienten mit Alzheimer-Krankheit in den letzten Jahren deutlich verbessert. Vor allem neuere Medikamente sind in der Lage, die geistige Leistungsfähigkeit von Patienten zumindest über einen bestimmten Zeitraum zu stabilisieren oder zu bessern.

Allerdings spricht nicht jeder Betroffene gleichermaßen auf eine Therapie an. Hier gilt es für den behandelnden Arzt, die für den Patienten individuell beste Therapie auszuwählen. Es ist auch seine Aufgabe, den Erfolg der Behandlung zu belegen und mit den Angehörigen zu besprechen.

Sprechen Sie bitte in jedem Fall unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung mit einem Medikament beginnen.

Acetylcholinesterase-Blocker

Wie wirken Acetylcholinesterase-Blocker?

Als Folge des Untergangs von Nervenzellen in bestimmten Abschnitten des Gehirns besteht ein hochgradiger Mangel des Botenstoffes Acetylcholin. Eine Gruppe spezieller Arzneimittel kann diesen Mangel zumindest teilweise ausgleichen.

Gesundes Gehirn

Im Gehirn des Menschen sorgt ein stetiger Strom von Nervenreizen für Denk- und Gedächtnisprozesse. Diese Nervenreize werden u. a. mit Hilfe des Botenstoffes Acetylcholin von einer Nervenzelle zur anderen weitergegeben. Beim gesunden Menschen wird dieser Botenstoff ständig neu gebildet und wieder aufgebaut.


Gehirn bei Alzheimer-Krankheit

Bei der Alzheimer-Krankheit kommt die Menge dieses Botenstoffes aus dem Gleichgewicht. Denn durch die Krankheit wird immer weniger dieses Botenstoffs neu gebildet, während der Abbau unverändert stattfindet. Dadurch wird die Übertragung der Nervenreize von einer Nervenzelle zur anderen immer schwächer bzw. kommt zum Erliegen.


Therapie bei Alzheimer-Krankheit

Acetylcholinesterase-Blocker sorgen dafür, dass das Enzym "Acetylcholinesterase" weniger des noch vorhandenen Botenstoffes abbaut. Dadurch erhöht sich die Menge an Acetylcholin im Gehirn und es können wieder mehr Nervenreize übertragen werden.

Die Firmen Pfizer/EISAI sind schon seit längerem auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung tätig. Sie untersuchen sehr eingehend die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit der Acetylcholinesterase-Blocker.

Wie wirksam sind diese Medikamente?

Die Wirksamkeit der Acetylcholinesterase-Blocker ist an sehr vielen Patienten unter Beweis gestellt worden.

  • Cholinesterase-Blocker stellen die Informationsverarbeitung im Gehirn in gewissen Grenzen wieder her und verbessern so bei einem Teil der Patienten die geistigen Leistungen, insbesondere das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit.
  • Alltagsfähigkeiten gehen weniger rasch verloren als bei unbehandelten Patienten.
  • Die Pflegebedürftigkeit tritt später ein; Patienten können so länger ein selbstständiges Leben führen.
Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Wenn die Behandlung sorgfältig durchgeführt wird, treten Nebenwirkungen kaum auf und treten i. d. R. nicht gravierend in Erscheinung. In erster Linie können Magen-Darm-Probleme auftreten, wie z. B. Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Andere Medikamente

Bewährt hat sich auch ein so genannter NMDA-(N-Methyl-D-Aspartat)-Antagonist, der die schädlichen Auswirkungen von Glutamat an den NMDA-Rezeptoren im Gehirn verhindert. Bei den behandelten Patienten bleiben die Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags länger erhalten und die geistige Leistung wird verbessert. Mögliche Nebenwirkungen sind Halluzinationen, Verwirrung, Schwindel und Kopfschmerzen.

Eine Reihe anderer Medikamente werden ebenfalls zur Behandlung einer Demenz eingesetzt. Soweit man heute weiß, greifen sie in den Energiestoffwechsel oder in Reparaturvorgänge im Gehirn ein oder schützen Nervenzellen vor einer Schädigung. Die Wirksamkeit dieser Arzneimittel, die in ihrer Gesamtheit als Nootropika genannt werden, wird allerdings in Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert.

Hoffnungen, die in letzter Zeit in Substanzen gesetzt wurden, die Nervenzellen vor einer Schädigung bewahren (so genannte Antioxidantien wie Vitamin E und Östrogene) scheinen sich bisher nicht zu erfüllen. Auch ist eine Impfung gegen die Alzheimer-Krankheit in absehbarer Zeit nicht in Sicht.