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Medikamente, die gegen Alzheimer wirken
Kein Zweifel: Es gibt Medikamente, die heute in der Lage sind, die geistige Leistungsfähigkeit eine Zeit lang zu erhalten und/oder den geistigen Zerfall zu verlangsamen.
Eine Behandlung, die auf die Ursachen der Alzheimer-Krankheit zielt, gibt es nicht. Inzwischen wissen Mediziner jedoch viel über die Erkrankung. So konnten Medikamente entwickelt werden, die den Betroffenen und ihren Angehörigen nachweislich helfen.
Welche realistischen Ziele hat eine Behandlung?
Bei der Alzheimer-Krankheit gehen Nervenzellen im Gehirn allmählich und unwiederbringlich zugrunde. Daher ist es unrealistisch, eine echte Besserung der Gedächtnisstörungen, Orientierungsschwierigkeiten und anderer Zeichen einer eingeschränkten Gehirnleistung zu erwarten. Ganz anders sieht es dagegen mit dem Fortschreiten der Erkrankung aus. Realistische Ziele sind eine Verlangsamung oder ein Stillstand des Krankheitsprozesses. Wenn ein Patient sich also über ein ganzes Jahr oder länger nicht verschlechtert, ist schon viel gewonnen.
Erste Wahl: Cholinesterase-Hemmer
Wenn die Alzheimer-Krankheit noch nicht fortgeschritten ist, also bei leichten bis mittelschweren Formen, sind so genannte Cholinesterase-Hemmer erste Wahl der Behandlung. Diese Medikamente bewirken, dass im Gehirn der für die Informationsverarbeitung wichtige Botenstoff Acetylcholinesterase wieder in größerer Menge vorliegt. Denn wie man weiß, liegt bei Alzheimer-Patienten ein Mangel genau dieses Botenstoffs in Bereichen des Gehirns vor. Wichtig: Je früher die Behandlung beginnt, desto größer sind die Erfolgsaussichten.
Mit Medikamenten die Heimeinweisung verzögern
Die Erfolge können sich durchaus sehen lassen: Der Krankheitsverlauf lässt sich durch die modernen Cholinesterase-Hemmer im Schnitt um ein Jahr hinauszögern. Und Studien belegen, dass manche dieser Medikamente die Notwendigkeit einer Heimeinweisung ebenfalls im Schnitt um mehr als ein Jahr verzögern. Für Patienten wie für Angehörige bedeutet dies einen erheblichen Fortschritt, nicht zuletzt im Hinblick auf den geringeren Pflegeaufwand, der notwendig ist.
Mehr zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit ...
Eine zweite Möglichkeit der Behandlung ist die Gabe von Memantin. Dieses Arzneimittel kann bei schweren Formen der Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden.
Andere Medikamente
Eine Reihe anderer Medikamente, in ihrer Gesamtheit als Nootropika bezeichnet, werden ebenfalls zur Behandlung einer Demenz eingesetzt. Ob diese Arzneimittel allerdings tatsächlich wirken, wird in Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert.
Hoffnungen, die in letzter Zeit in Substanzen gesetzt wurden, die Nervenzellen vor einer Schädigung bewahren - so genannte Antioxidanzien wie Vitamin E oder Östrogene - , erfüllten sich bisher nicht. Auch ist eine Impfung oder Gentherapie gegen die Alzheimer-Krankheit in absehbarer Zeit nicht in Sicht, obwohl dies grundsätzlich möglich erscheint.