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Was bessert die Lebensqualität der Pflegenden?
Die Pflege eines an Alzheimer-Demenz erkrankten Angehörigen ist für den Pflegenden sehr anstrengend. Die seelische Belastung durch Aggressionen und Anschuldigungen von Seiten des Erkrankten, der bisweilen peinliche Umgang mit einer Inkontinenz, der chronische Schlafmangel, wenn die Nachtruhe durch ein Umherwandern des Erkrankten gestört ist: All das geht an die Substanz. Nicht selten werden die Betreuenden selbst krank, entwickeln einen Bluthochdruck oder eine Depression. In der Arbeit sind sie nicht mehr so produktiv und fehlen häufiger.
Burnout – also eine totale Erschöpfung durch ständige Überforderung - äußert sich in Reizbarkeit, exzessivem Kaffeegenuss, sozialer Isolation, unspezifischen Beschwerden wie Gewichtsverlust und Schlaflosigkeit. In der Folge kann es zu Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, aggressivem Verhalten dem Patienten gegenüber bis zur Selbstmordgefahr kommen.
Anzeichen von Betreuungsstress
Informieren, Tipps und Hilfe holen
Pflegende und Betreuende benötigen Informationen über die Erkrankung, über Hilfsangebote und über Möglichkeiten der Entlastung. Welche finanzielle Unterstützung gibt es? Wie kann die Wohnung für einen Alzheimer-Patienten sicher gemacht werden? Welche rechtlichen Aspekte sind zu beachten? Vor allem Selbsthilfegruppen leisten wertvolle Hilfe, ebenso wie die Alzheimer-Gesellschaften und die Alzheimer-Hilfe, eine Initiative von Eisai und Pfizer Pharma.
- Rat und Hilfe für Erkrankte und ihre Angehörigen
- Ratgeber
- Alzheimer-Hilfe
- Problematische Verhaltensweisen
Medikamente können entlasten
Hat der Arzt über eine Therapie entschieden, stellt die Gabe eines Medikaments bereits den ersten Schritt der Entlastung dar. So konnte nachgewiesen werden, dass Alzheimer-Medikamente den Betreuungsaufwand für Alzheimer-Kranke vermindern. Pflegende Angehörige haben also mehr Zeit und Muße für sich, ihre Familie und ihre Hobbys.
Wie kann sich ein Pflegender das Leben selbst erleichtern?
Seelische Probleme des Patienten, wie Furcht, allgemeine Angst, Ärger, Wutausbrüche, Aggressionen und wahnhafte Depression, führen häufig zu Konflikten mit der pflegenden Person. Aggressionen entstehen beim Erkrankten durch Überforderung, durch ein Gefühl der Einengung oder eine Verletzung der Intimsphäre, oder als Reaktion auf Ungeduld und Gereiztheit der Umgebung.
Wie kann der Pflegende damit umgehen?
- Konfrontation und sinnlose Diskussionen vermeiden;
- ruhig bleiben;
- den Erkrankten ablenken;
- einfache Regeln und feste Gewohnheiten im Tagesablauf des Erkrankten schaffen;
- wichtige Informationen oder Aufforderungen bei Bedarf wiederholen;
- klare Anweisungen in einfachen, kurzen Sätzen geben;
- Anschuldigungen und Vorwürfe überhören.
Für Entlastung sorgen
Entlastung können Angehörige in Angehörigengruppen erfahren. In Trainingsprogrammen lässt sich der Umgang mit dem Patienten erlernen. Damit kann der Zeitpunkt einer Heimeinweisung hinausgezögert werden. Auch die betreuenden Personen benötigen eine psychosoziale Betreuung, um eine bessere Lebensqualität zu erlangen. Hier kann der Pflegende Strategien entwickeln, wie er auf belastende Verhaltensweisen angemessen reagieren kann.
Angehörige brauchen einen Freiraum für sich, um Spaß und Freude
an Unternehmungen ohne die Beschwernisse des Alltags zu haben. Eine gute Lösung bieten hier Aufenthalte, bei denen Patienten betreut werden und Angehörige sich erholen
können, wie beispielsweise ein Therapie- und Förderaufenthalt (
www.mas.or.at).
Es besteht außerdem die Möglichkeit, durch ambulante Pflegedienste und Sozialstationen für Entlastung zu sorgen. Es gibt auch Betreuungsgruppen, in denen Kranke, die überwiegend zu Hause bei ihren Angehörigen leben, an 1-2 Nachmittagen in der Woche wohnortnah betreut werden.