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Einflüsse auf die Lebensqualität von Alzheimer-Patienten
Zwar gibt es derzeit keine Heilung für Alzheimer-Kranke, aber medikamentöse und andere Behandlungen können das persönliche Leid von Patienten und ihren Pflegenden mildern.
Früh erkennen und medikamentös behandeln
Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass es Patienten und Pflegenden nützt, wenn die Krankheit früh erkannt wird. Je früher eine Demenz festgestellt wird, desto länger können Funktion und Unabhängigkeit des Patienten erhalten werden. Wird die Diagnose früh gestellt, hat der Patient häufig noch die Fähigkeit, finanzielle, rechtliche und andere Dinge in seinem Sinne zu regeln oder seine diesbezüglichen Wünsche zu äußern, bzw. seine persönlichen Verhältnisse zu ordnen.
Realistisches Ziel: Das Fortschreiten der Krankheit verzögern
Bei der Alzheimer-Krankheit gehen Nervenzellen im Gehirn allmählich und unwiederbringlich zugrunde. Daher ist es unrealistisch, eine echte Besserung der Gedächtnisstörungen, Orientierungsschwierigkeiten und anderer Zeichen einer eingeschränkten Gehirnleistung zu erwarten. Realistische Ziele sind eine Verlangsamung oder ein Stillstand des Krankheitsprozesses. Wenn ein Patient sich also über einige Monate nicht verschlechtert, ist schon viel gewonnen.
Alzheimer-Medikamente je nach Stadium der Erkrankung
Es gibt verschiedene Medikamente zur Behandlung der Alzheimer-Demenz. Je nach Ausprägung der Erkrankung kommen unterschiedliche Medikamente in Frage. Bei leichter bis mäßiger Alzheimer-Demenz können Cholinesterase-Hemmer eingesetzt werden. Liegt eine mäßige bis schwere Erkrankung vor, kann mit so genannten NMDA-Antagonisten behandelt werden. Diese Medikamente können dazu beitragen, dass der Patient im Alltag besser zurechtkommt.
Medikamente können alltägliche Aktivitäten erhalten oder bessern
Cholinesterase-Hemmer beispielsweise führen bei leichter bis mäßiger Alzheimer-Demenz zu einer Besserung im Denkvermögen und im Verhalten. In Studien zeigte sich auch, dass Patienten mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und dass Depression und Ängstlichkeit gebessert werden. Alltägliche Aktivitäten bleiben länger erhalten. Ein Maximum der positiven Wirkung bei Cholinesterase-Hemmstoffen ist etwa drei bis sechs Monaten nach Beginn der Therapie bzw. nach der höchsten Dosis erreicht.
Die Behandlung mit einem Cholinesterase-Hemmer, aber auch mit einem NMDA-Antagonisten, vermindert die Belastung der Angehörigen und Pflegenden, was sich wiederum positiv auf den Patienten auswirkt, dem dann wieder mehr Geduld entgegengebracht wird.
Medikamente können die Heimeinweisung verzögern
Der Krankheitsverlauf lässt sich durch die modernen Cholinesterase-Hemmer i. d. R. im Schnitt um ein Jahr hinauszögern. Studien belegen, dass manche dieser Medikamente die Notwendigkeit einer Heimeinweisung ebenfalls im Schnitt um mehr als ein Jahr verzögern. Für Patienten wie für Angehörige bedeutet dies einen erheblichen Fortschritt, nicht zuletzt in Hinblick auf den geringeren Pflegeaufwand und die Einsparung von Heimkosten.
Es ist sinnvoll, wenn Patienten, die Cholinesterase-Hemmer nehmen, ein wöchentliches Training des Gedächtnisses und der täglichen Aktivitäten erhalten. Es zeigte sich, dass eine solche Förderung das Fortschreiten der Erkrankung verzögern und einige Denkfunktionen und tägliche Aktivitäten bessern kann. Beim Training muss aber darauf geachtet werden, dass der Patient nicht zu sehr mit seinen Defiziten konfrontiert und überfordert wird.
Fördern, im Alltag helfen, Gedächtnistraining
Medikamente als Hilfe bei psychiatrischen Auffälligkeiten
Unruhe, Angst und Aggressivität sind Verhaltensauffälligkeiten, die bei Alzheimer-Patienten häufig auftreten. Neben einem überlegten Auftreten der Pflegeperson können auch psychiatrische Medikamente gegen diese Verhaltensauffälligkeiten helfen und beispielsweise die Stimmung stabilisieren.
Weniger Lebensqualität im Heim?
Die Lebensqualität scheint mit einer Heimeinweisung abzunehmen. Die Schwere
der Demenz und das Milieu, in dem der Erkrankte lebt, wirken sich dagegen nicht
auf die Lebensqualität aus. Die Lebensqualität von Demenzpatienten
wird am meisten davon beeinflusst, wie sehr sie von einer Pflegeperson abhängig
sind und wie viele Aktivitäten des täglichen Lebens sie noch ausführen
können.
Zur Lebensqualität gehört demnach eine Pflege, die die noch vorhandenen
Fähigkeiten fördert: D. h. der
Patient sollte
dabei unterstützt werden, mit Hilfe zum Essen zu gehen, statt gefahren zu
werden, oder er sollte Hilfestellung beim Anziehen erhalten, statt komplett angezogen
zu werden. Oder der Patient sollte mit Hilfe herumgehen dürfen, statt den
ganzen Tag im Stuhl sitzen zu müssen.
Die Pflege sollte es ermöglichen, grundlegende menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, wie z. B. den Wunsch nach Bewegung, frischer Luft, Beschäftigung, nach einem sinnvollen Tagesablauf, Zuneigung und Achtung.