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Lexikon Alzheimer-Krankheit
Hier erhalten Sie eine alphabetische Auflistung der wichtigsten Fachbegriffe zu der Alzheimer-Krankheit. Klicken Sie auf den gewünschten Fachbegriff. Umgehend erhalten Sie die Erklärung dazu.
ABC | DEF | GHI | JKL | MNO | PQR | STU | VWXYZ
- Acetylcholin
- Acetylcholinesterase
- Acetylcholinesterase-Hemmer
- Amyloid Precursor Protein
- Alzheimer, Alois
- Alzheimer-Krankheit
- Amyloid
- Antidementiva
- Antidepressiva
- Antipsychotika
- Aphasie
- ApoE4
- Apolipoprotein E4
- Apoplex
- APP
- Apraxie
- β-Amyloid
- Bildgebende Untersuchungsverfahren
- Boxerdemenz
- Cholinesterase-Hemmer
- Computertomographie
- Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
- CT
- Delir, Delirium
- Demenz
- Demenzielles Syndrom
- Depression
- Donepezil
- Enzephalitis
- Enzephalopathie
- Hirnatrophie
- Infektion des Gehirns
- Kernspintomographie
- Kognition
- Korsakow-Syndrom
- Laboruntersuchungen
- Lewy-Körperchen-Demenz
- Liquor cerebrospinalis
- Lumbalpunktion
- Magnetresonanz-Tomographie
- Medikamente bei Demenz
- Mini-Mental-Status-Test
- MMS, MMSE, MMST
- MRT
- Neurofibrillen
- Neuroleptika
- Neuropsychologie
- Neurotransmitter
- NMR
- Normaldruck-Hydrozephalus
- NPH
- Parkinson-Krankheit
- Peptid
- PET
- Plaques
- Positronen-Emissionstomographie
- Prionen
- Protein
- Pseudodemenz
- Schlaganfall
- Senile Plaques
- Single-Photon-Emissionscomputertomographie
- SKT
- SPECT
- Synapse
- Syndrom-Kurztest
- Tau-Protein
- Vaskuläre Demenz
- Verhaltenstherapie
- Zahlen-Verbindungs-Test
- ZVT
Acetylcholin
Überträgersubstanz zwischen Nervenzellen u. a. im Gehirn und am Muskel.
Dieser so genannte Neurotransmitter wird in den Nervenendungen (Synapsen)
aus Vorstufen hergestellt und in den Spalt zwischen zwei Nervenzellen ausgeschüttet.
Das Andocken von Acetylcholin an eine Nervenzelle bewirkt eine chemische
Reaktion, die in eine elektrische Erregung umgewandelt wird.
Im Gehirn ist Acetylcholin an Gedächtnisvorgängen beteiligt.
Bei der Alzheimer-Krankheit liegt ein Mangel an Acetylcholin vor. Neuere
Alzheimer-Medikamente verhindern den Abbau des Acetylcholins durch das
Enzym Acetylcholinesterase und erhöhen
damit die Menge an Acetylcholin im Gehirn.
Acetylcholinesterase
Enzym, das Acetylcholin abbaut.
Normalerweise ist ein rascher Abbau der Überträgersubstanz Acetylcholin im Nervensystem notwendig, um die durch sie ausgelöste chemische Reaktion und die nachfolgende elektrische Erregung von Nervenzellen zu begrenzen. Bei der Alzheimer-Krankheit werden Medikamente eingesetzt, die die Acetylcholinesterase und damit den Abbau von Acetylcholin hemmen. Erwünschte Folge ist ein Anstieg der Acetylcholinmenge in bestimmten Bereichen des Gehirns.
Acetylcholinesterase-Hemmer
Arzneimittel, die das Enzym Acetylcholinesterase hemmen.
Diese Medikamente blockieren die Arbeit der Acetylcholinesterase, ein Enzym, das den Botenstoff (Neurotransmitter) Acetylcholin im Gehirn abbaut. Als Folge steigt die Acetylcholinmenge insbesondere in bestimmten, für das Gedächtnis wichtigen Bereichen des Gehirns. Damit wird der bei Alzheimer-Patienten vorliegende Mangel an Acetylcholin ausgeglichen. Zu den Acetycholinesterase-Hemmern zählen Donepezil, Rivastigmin und Galanthamin.
Amyloid Precursor Protein
(Engl.) Amyloid-Vorläuferprotein.
Großes Vorläufereiweiß (Abk. "APP"), aus dem Amyloid mit enzymatischen Scheren herausgeschnitten wird. Liegt ein Fehler dieses Schneideprozesses vor, entsteht "giftiges" β-Amyloid, das im Gehirn von Alzheimer-Erkrankten vermehrt in so genannten Plaques abgelagert wird.
Alzheimer, Alois
Deutscher Neuropathologe und Psychiater (1864-1915).
Alois Alzheimer wurde am 14. Juni 1864 im bayerischen Marktbreit geboren. Er besuchte zunächst die Universitäten von Aschaffenburg, Tübingen, Berlin und schließlich die Universität von Würzburg, an der er 1887 promovierte. Alzheimer begann seine Laufbahn an der Frankfurter Städtischen Irrenanstalt, wo er auch seinen Freund und Kollegen, den Neurologen Franz Nissl (1860-1919), kennen lernte. Hier entdeckte Alzheimer seine Leidenschaft für die Erforschung von Hirnkrankheiten.
Später arbeitete er mit Emil Kraepelin (1856-1926) zusammen, dem wohl bedeutendsten Psychiater seiner Zeit, dem er auch 1903 an die Nervenklinik der Universität München folgte. Dort habilitierte er sich und wurde Leiter des angesehenen anatomischen Labors. In dieser Zeit charakterisierte er erstmals "eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde", die dann seinen Namen tragen sollte.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Alois Alzheimer als Professor für Psychiatrie an der Universität von Breslau. Er starb am 19. Dezember 1915.
Alzheimer-Krankheit
Schleichend auftretende Erkrankung des Gehirns, bei der fortschreitend Nervenzellen untergehen.
Synonyme: Demenz vom Alzheimer-Typ, präsenile Alzheimer-Demenz.
Meist macht sich die Erkrankung im 7. oder 8. Lebensjahrzehnt bemerkbar. Im Verlauf der Alzheimer-Krankheit wird die geistige Leistungsfähigkeit zunehmend beeinträchtigt. Es kommt zu Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung und einer verminderten Leistungsfähigkeit im Alltag. Tätigkeiten wie Anziehen oder Waschen fallen immer schwerer. Häufig treten auch Depressionen oder ein Realitätsverlust auf.
Amyloid
Eiweißstoff mit einem niedrigen Molekulargewicht, der bei bestimmten Erkrankungen in Organen abgelagert wird.
Die Molekülstruktur des Amyloids unterscheidet sich von Krankheit zu Krankheit. Bevorzugt betroffene Organe sind die Leber und die Niere. Bei der Alzheimer-Krankheit wird so genanntes β-Amyloid außerhalb von Nervenzellen in Plaques abgelagert.
Antidementiva
Medikamente, die zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen eingesetzt werden.
Zur Behandlung der Demenz stehen Medikamente zur Verfügung, die vor allem in frühen oder mittleren Krankheitsstadien eingesetzt werden. Sie wirken nicht bei jedem Patienten gleich und werden unterschiedlich gut vertragen. Am besten belegt ist die Wirkung der sog. Acetylcholinesterase-Hemmer.
Antidepressiva
Medikamente zur Behandlung einer Depression.
Antidepressiva beeinflussen die Wirkung verschiedener Überträgersubstanzen im Gehirn, insbesondere die des Neurotransmitters Serotonin. Sie gleichen so ein Ungleichgewicht im Neurotransmitterhaushalt des Gehirns aus, das für die Entstehung einer Depression verantwortlich gemacht wird. Eingesetzt werden Medikamente, die unterschiedliche Wirkungs- und Nebenwirkungsprofile aufweisen, wie z. B. trizyklische Antidepressiva oder selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Für die Behandlung einer Depression im Rahmen einer Demenz haben sich die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer als besonders günstig erwiesen. Andere Substanzen können sich z. T. negativ auf die Hirnleistung auswirken.
Antipsychotika
Medikamente, die bei Krankheitsbildern eingesetzt werden, die mit einem Realitätsverlust mit Wahnsymptomen und Sinnestäuschungen einhergehen.
Antipsychotika beeinflussen Störungen des Nervenüberträgerstoffwechsels, die für die Entstehung der oben genannten so genannten "psychotischen" Symptome verantwortlich sind. Diese Medikamente wirken teilweise in unterschiedlichem Ausmaß dämpfend und werden daher auch Patienten gegeben, die ungewöhnlich feindselig oder aggressiv reagieren.
Aphasie
Schwierigkeiten, Worte zu finden, Worte hervorzubringen oder zu verstehen.
Dabei werden die Schwierigkeiten nicht durch ein eingeschränktes Hörvermögen verursacht oder durch die Unfähigkeit Sprachlaute zu bilden. Ursachen können z. B. ein Schlaganfall oder eine Hirnverletzung sein. Auch eine Beeinträchtigung der Hirnleistung äußert sich häufig durch Probleme mit der Sprache.
ApoE4
Abkürzung für "Apolipoprotein E4".
Siehe Apolipoprotein E4.
Apolipoprotein E4
Variante eines Eiweißbestandteils von Molekülen, die den Transport von wasserunlöslichen Fetten (Lipiden) im Blut ermöglichen.
Apolipoprotein E4 (ApoE4) gilt als genetischer Risikofaktor der Alzheimer-Krankheit, da es bei 50 % der Alzheimer-Patienten gefunden wird, jedoch nur bei 15 % der Allgemeinbevölkerung. Aus dem Vorhandensein der ApoE4-Variante lässt sich allerdings nicht vorhersagen, ob die Erkrankung im Einzelfall tatsächlich ausbrechen wird.
Apoplex
Schlaganfall, Hirninfarkt.
Siehe Schlaganfall.
APP
Abkürzung für "Amyloid Precursor Protein".
Siehe Amyloid Precursor Protein.
Apraxie
Schwierigkeiten, praktische Aktivitäten oder Aufgaben auszuführen,
ohne dass eine Lähmung oder Probleme mit der Wahrnehmung bzw. Empfindung
bestehen.
Probleme beim Ankleiden, Kochen, beim Umgang mit Geld oder den einzunehmenden
Medikamenten sind typische Erscheinungsformen der Apraxie. Sie kann als
Ausdruck einer verminderten Hirnleistung, aber auch Folge eines Schlaganfalls
sein.
β-Amyloid
"Giftiges" Eiweiß, das sich vermehrt im Gehirn von Alzheimer-Patienten in Plaques ablagert.
Amyloid, ein kleines "klebriges" Eiweiß, wird mit enzymatischen Scheren, den Sekretasen, aus einem großen Vorläufereiweiß (Amyloid Precursor Protein) herausgeschnitten. Kommt es - wie bei Alzheimer-Patienten - zu einem Fehler in diesem Prozess, entsteht vermehrt "giftiges" β-Amyloid. Die vermehrte Ablagerung von β-Amyloid in Plaques im Gehirn wird heute als der entscheidende Faktor bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit angesehen.
Bildgebende Untersuchungsverfahren
Untersuchungsverfahren, bei denen ein Abbild eines Organs entsteht.
Bei der Untersuchung von Alzheimer-Patienten werden folgende Diagnoseverfahren zur Untersuchung des Gehirns eingesetzt:
- Computertomographie (CT)
- Kernspintomographie (NMR, MRT)
- seltener: Positronen-Emissionstomographie (PET), Single-Photon-Emissionscomputertomographie (SPECT)
Boxerdemenz
Eine Form der Demenz, an der Boxer nach einmaligen oder mehrmaligen Knockouts erkranken können.
Syn.: Boxerenzephalopathie, Dementia pugilistica
Infolge wiederholter Verletzungen des Gehirns kommt es zu einem Hirnabbau und zu Veränderungen, die denen der Alzheimer-Krankheit ähneln.
Cholinesterase-Hemmer
Siehe Acetylcholinesterase-Hemmer.
Computertomographie
Schnittbildverfahren unter Nutzung von Röntgenstrahlen.
Die Computertomographie (CT) ist ein Verfahren, bei dem Teile des menschlichen Körpers schichtweise geröntgt werden. Durch die Kombination von Röntgen- und Computertechnik werden hochauflösende Schnittbilder angefertigt, die eine differenzierte Diagnostik ermöglichen.
Mit der CT können z.B. Durchblutungsstörungen des Gehirns oder Hirntumore als mögliche Ursachen einer beeinträchtigten Hirnleistung festgestellt werden.
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
Sehr seltene, durch Prionen ausgelöste Erkrankung des Gehirns.
Typisch sind ein rasch fortschreitender Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, Krampfanfälle sowie Schwierigkeiten beim Sprechen und Gehen. Das Gehirn weist schwammartige Veränderungen auf, verursacht durch infektiöse Eiweißstoffe (Prionen). Beim Schaf ist diese Krankheit als Scrapie bekannt, bei Kühen als Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE, Rinderwahnsinn). Eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit kann wahrscheinlich durch den Verzehr von Fleisch und anderen Produkten von BSE-Kühen (bes. Nervengewebe) auf dem Menschen übertragen werden.
CT
Abkürzung für "Computertomographie".
Siehe Computertomographie.
Delir, Delirium
Verwirrtheitszustand, der mit einer eingeschränkten Bewusstseinslage, einer Desorientiertheit in Bezug auf Zeit und Ort sowie häufig mit Sinnestäuschungen einhergeht.
Ein Delir entwickelt sich gewöhnlich innerhalb von Stunden oder Tagen. Ursachen können z.B. eine Alkohol-, Drogen oder Medikamentenvergiftung sein. Auch der Entzug von Alkohol, Drogen oder Medikamenten - vor allem von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie von angstlösenden Medikamenten - kann ein Delir auslösen, ebenso wie bestimmte Erkrankungen.
Demenz
Beeinträchtigung oder Verlust intellektueller Fähigkeiten als Folge einer Erkrankung des Gehirns.
Die Alzheimer-Krankheit tritt mit einer Demenz in Erscheinung. Der Begriff "Demenz" umfasst eine Reihe von Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, die auch als "demenzielles Syndrom" bezeichnet werden. Dazu zählen Probleme mit dem Gedächtnis und der Sprache, dem Erkennen und Beurteilen von Situationen, Gegenständen und Personen sowie Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen. Häufig treten auch Veränderungen der Persönlichkeit auf.
Demenzielles Syndrom
Siehe Demenz.
Depression
Seelische Erkrankung, die u.a. mit einer niedergedrückten, traurigen oder gereizten Stimmung einhergeht.
Typischerweise können sich Betroffene nicht mehr freuen; sie haben kein Interesse mehr an Dingen, die ihnen früher Spaß bereiteten. Häufig ist eine Depression mit einem Gewichtsverlust, einem verminderten Appetit und Schlafstörungen verbunden.
Zusätzliche Störungen von Merkfähigkeit, Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit können so ausgeprägt sein, dass die Depression mit der Alzheimer-Krankheit verwechselt wird. Man spricht dann von einer "Pseudodemenz". Auf der anderen Seite können Alzheimerkranke selbst unter starken Depressionen leiden.
Donepezil
Siehe Acetylcholinesterase-Hemmer.
Enzephalitis
Entzündung des Gehirns.
Sind auch die Hirnhäute (Meningen) betroffen, spricht man von einer "Meningoenzephalitis". Eine Enzephalitis wird meist durch eine Infektion mit Viren verursacht, z.B. mit Herpes- oder Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren. Andere Infektionsquellen können Bakterien (z.B. Borrelien) oder so genannte Prionen sein, die bei Rindern den "Rinderwahnsinn", beim Menschen eine Variante der "Jakob-Creutzfeldt-Krankheit" auslösen.
Entzündungen des Gehirns stellen äußerst seltene Ursachen einer Demenz dar.
Enzephalopathie
Krankhafte Hirnveränderung, die nicht durch eine Entzündung
verursacht ist.
Ursachen einer Enzephalopathie können z.B. schwere Leber- oder Nierenerkrankungen, ein nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck oder Verletzungen (z.B. Boxerdemenz) sein.
Hirnatrophie
Schwund von Hirnsubstanz in einem höheren Ausmaß als im Rahmen des normalen Alterungsprozesses üblich.
Viele verschiedene Erkrankungen des Gehirns gehen mit einem Abbau von Nervenzellen des Gehirns einher. Beispiele sind neben der Alzheimer-Krankheit Gefäßerkrankungen des Gehirns, die Parkinson-Krankheit, der Normaldruck-Hydrozephalus oder ein Alkoholmissbrauch. Der Hirnabbau kann das ganze Gehirn oder Teile des Gehirns betreffen.
Infektion des Gehirns
Siehe Enzephalitis.
Kernspintomographie
Schnittbildverfahren unter Nutzung eines starken Magnetfeldes.
Syn.: Magnetresonanz-Tomographie (MRT), engl.: Nuclear Magnetic Resonance (NMR)
Die Kernspintomographie ist ein computergestütztes bildgebendes Verfahren, das im Gegensatz zu anderen bildgebenden Untersuchungsverfahren keine Röntgenstrahlen abgibt. Die Kernspintomographie misst bestimmte Energien, die unter dem Einfluss von Magnetfeldern von den Atomen der Gewebe des menschlichen Körpers freigesetzt werden.
Diese fortschrittliche und schonende Untersuchungsmethode ist besonders für den Nachweis von entzündlichen Prozessen und Tumoren sowie von traumatischen Erkrankungen des Gehirns geeignet.
Kognition
Geistige Leistungsfähigkeit, intellektuelle Aktivität.
Die Kognition setzt sich aus unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen: Gedächtnis, das Erkennen der Umwelt, Einsicht, Verständnis, Abstraktionsvermögen, Urteilsfähigkeit, Sprachfähigkeit, praktische Fähigkeiten, Orientierung hinsichtlich Raum, Zeit und Ort. Bei der Demenz können alle diese Bereiche beeinträchtigt sein.
Korsakow-Syndrom
Krankheitsbild, das mit einer Merkschwäche, Desorientiertheit und dem Erzählen von Vorgängen einhergeht, die nur in der Fantasie existieren.
Das Korsakow-Syndrom im engeren Sinn tritt nur bei chronischem Alkoholismus auf, im weiteren Sinn auch bei Schädigungen des Gehirns durch Sauerstoffmangel, Verletzung oder Vergiftung. Das Altgedächtnis ist bei den betroffenen Patienten erhalten.
Laboruntersuchungen
Bestimmung verschiedener Parameter in Blut, Urin oder Gehirn- und Nervenwasser (Liquor).
Zur Abklärung der Ursache einer Demenz wird der Arzt Laboruntersuchungen veranlassen. So werden in der Regel im Blut u.a. der Gehalt an Mineralstoffen, der Blutzucker, Schilddrüsenwerte, Vitamine, Entzündungsmarker und die Nieren- und Leberwerte bestimmt. Liegt ein begründeter Verdacht vor, wird ergänzend in einer Lumbalpunktion Nervenwasser entnommen und u.a. auf bestimmte Erreger untersucht.
Lewy-Körperchen-Demenz
Variante der Alzheimer-Krankheit, die durch sog. Lewy-Körperchen in Nervenzellen gekennzeichnet ist.
Man nimmt heute an, dass es sich bei der Lewy-Körperchen-Demenz um eine Variante der Alzheimer-Krankheit handelt. Lewy-Körperchen enthalten den Eiweißstoff Ubiquitin und sind vornehmlich im Hirnstamm zu finden. Solche Körperchen finden sich auch bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit. Die betroffenen Patienten leiden an einer Demenz, häufig auch an Sinnestäuschungen, Depressionen und Symptomen der Parkinson-Krankheit.
Liquor cerebrospinalis
Gehirn- und Nervenwasser.
Der Liquor befindet sich in den Kammern (Ventrikeln) des Gehirns, er umspült das Gehirn und es ist im Rückenmarks- bzw. Wirbelkanal bis zum Steißbein enthalten ("Liquorräume"). Eine kleine Menge kann im Rahmen einer Lumbalpunktion entnommen und einer Untersuchung im Labor zugeführt werden. Zur Abklärung einer Demenz ist eine Untersuchung des Liquors nur selten notwendig.
Lumbalpunktion
Einführen einer Punktionsnadel in den Wirbelkanal zur Entnahme von Gehirn- und Nervenwasser.
Die Untersuchung wird am sitzenden oder auf der Seite liegenden Patienten vorgenommen. Zunächst wird die Punktionsstelle im Bereich der Lendenwirbelsäule örtlich betäubt und dann unter sterilen Bedingungen eine dünne Nadel bis in den Liquorraum vorgeschoben. Eine geringe Menge Liquor wird in Röhrchen gefüllt und sofort im Labor untersucht.
Der Stich mit der Kanüle erfolgt in einen Bereich unterhalb des Rückenmarks, so dass keine Schädigung des Rückenmarks zu erwarten ist. Als Nebenwirkung treten nach der Untersuchung häufig vorübergehende Kopfschmerzen auf.
Magnetresonanz-Tomographie
Schnittbildverfahren unter Nutzung eines starken Magnetfeldes.
Siehe Kernspintomographie.
Medikamente bei Demenz
Siehe Antidementiva.
Mini-Mental-Status-Test
Häufig eingesetzter Test zur Prüfung der Hirnleistung.
Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) erfasst mit insgesamt 30 Punkten die kognitive Leistungsfähigkeit und ermöglicht eine Einschätzung des Schweregrades der kognitiven Beeinträchtigung. Werden weniger als 24 Punkte erreicht, sollte eine Abklärung hinsichtlich einer Demenz erfolgen.
MMS, MMSE, MMST
Abkürzungen für "Mini-Mental-Status-Test" bzw. (engl.) "Mini-Mental Status Examination".
Siehe Mini-Mental-Status-Test.
MRT
Abkürzung für "Magnetresonanz-Tomographie"; Schnittbildverfahren unter Nutzung eines starken Magnetfeldes.
Siehe Kernspintomographie.
Neurofibrillen
Ablagerungen aus verklumptem, sog. Tau-Protein in Nervenzellen
des Gehirns.
Diese Ablagerungen sind unter dem Mikroskop als Faserbündel sichtbar. Sie werden deshalb auch "Fibrillen" oder (engl.) "Tangles" (Gewirr) genannt. Solche Faserbündel treten bis zu einem gewissen Ausmaß auch im Rahmen des normalen Alterungsprozesses im Gehirn auf. In höherer Dichte kommen sie bei der Alzheimer-Krankheit sowie bei anderen Erkrankungen des Gehirns vor.
Neuroleptika
Siehe Antipsychotika.
Neuropsychologie
Teilgebiet der Psychologie, das sich mit den Zusammenhängen zwischen psychischen Erscheinungen und Erkenntnissen u.a. der Anatomie, Biochemie und Physiologie des Nervensystems beschäftigt.
Die Untersuchung von Hirnleistungsstörungen mit standardisierten Tests ist eine Domäne der Neuropsychologie. Je nach Standpunkt kann sie auch als Teilgebiet der Psychologie aufgefasst werden.
Neurotransmitter
Überträgerstoffe, die an Nervenendungen freigesetzt werden.
Muss ein Reiz von einer Nervenzelle auf eine andere übertragen werden, erfolgt dies an den Kontaktstellen zwischen Nerven (Synapsen) über chemische Botenstoffe, die so genannten Neurotransmitter.
Neurotransmitter können grundsätzlich erregend oder hemmend auf die weitere Reizübertragung wirken. Häufige Neurotransmitter sind Acetylcholin, Serotonin, Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin - aber auch Aminosäuren oder Peptide.
NMR
Abkürzung für "Nuclear Magnetic Resonance" (engl., Kernspinresonanz); Schnittbildverfahren unter Nutzung eines starken Magnetfeldes.
Siehe Kernspintomographie.
Normaldruck-Hydrozephalus
Ausweitung der Liquorräume infolge eines Ungleichgewichts zwischen Bildung und Abbau von Liquor.
Ursache einer Demenz kann selten ein Normaldruck-Hydrozephalus (NPH) sein, dem wahrscheinlich eine Störung des Liquorflusses innerhalb des Gehirns zugrunde liegt. Neben einer beeinträchtigten Leistungsfähigkeit des Gehirns können vor allem eine Blasenschwäche und Gangstörungen in Erscheinung treten. Ursachen eines NPH sind u.a. frühere Kopfverletzungen, Hirnhautentzündungen oder Blutungen im Gehirn.
NPH
Abkürzung für (engl.) "Normal Pressure Hydrocephalus".
Siehe Normaldruck-Hydrozephalus.
Parkinson-Krankheit
Nervenzelluntergang in der "Schwarzen Substanz" im Bereich des Mittelhirns mit nachfolgendem Mangel des Neurotransmitters Dopamin.
Die Ursachen des Nervenzelluntergangs können vielfältig sein. Charakteristisch für die Parkinson-Krankheit sind drei Symptome, die sich aus dem Dopaminmangel ergeben:
- Bewegungsarmut u.a. mit kleinschrittigem Gang und verminderter Gesichtsmimik
- Zittern in Ruhe, das sich bei emotionaler Erregung verstärkt und im Schlaf abnimmt
- Übermäßige Muskelspannung
- Neben einer Depression kann sich im Verlauf der Parkinson-Krankheit u.a. auch eine Hirnleistungsstörung entwickeln.
Peptid
Eiweiß, das aus einer kurzen Aminosäurekette besteht.
Siehe Protein.
PET
Abkürzung für "Positronen-Emissionstomographie".
Siehe Positronen-Emissionstomographie.
Plaques
Außerhalb von Nervenzellen gelegene Ablagerungen von verklumptem ß-Amyloid.
Diese kugelförmigen Ablagerungen sind nur unter dem Mikroskop zu sehen. Der Kern einer Plaque besteht aus Amyloid. Um den Kern herum verkümmern Nervenzellfortsätze und es sammeln sich Abwehrzellen an. Plaques durchsetzen die Hirnrinde von Alzheimer-Patienten und zerstören ihre komplizierte Mikroarchitektur.
Positronen-Emissionstomographie
Schnittbildverfahren unter Nutzung radioaktiver Strahlung.
Bei diesem bildgebenden Verfahren wird die Verteilung verabreichter radioaktiver Strahlung in einem Schichtaufnahmeverfahren ermittelt und über einen Computer zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Als Strahlenquelle werden bei der Positronen-Emissionstomographie (PET) Positronenstrahler eingesetzt. Das Verfahren eignet sich vor allem zur Darstellung der Stoffwechselvorgänge des Gehirns. Bei der Alzheimer-Krankheit ist beispielsweise der Glukose-Umsatz herabgesetzt.
Prionen
(Engl.) Proteinaceous infectious particles. Infektiöse Eiweißpartikel.
Prionen gelten als Erreger einer Reihe von Erkrankungen, zu denen Scrapie
(Schafe), BSE (Kühe) und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (Mensch)
gehören. Prionen unterscheiden sich kaum von einem normalerweise
im Gehirn vorkommenden Eiweiß, das als "PrPc" bezeichnet
wird.
Trifft bei einer Infektion ein Prion auf ein körpereigenes Eiweiß,
verändert dieses seine ursprüngliche Spiralform und faltet sich
zusammen ("PrPSc"). Es kommt zu einer Kettenreaktion, in dessen
Verlauf sich immer mehr natürliche Proteine falten und im Gehirn ablagern.
Protein
Eiweiß.
Proteine sind Naturstoffe, die sich aus einer Reihe von Aminosäuren zusammensetzen und charakteristische Ketten- oder Raumstrukturen bilden. Die exakte Abfolge der Aminosäuren jedes einzelnen Proteins ist im genetischen Code der DNS (Desoxyribonukleinsäure) festgelegt. Kurzkettige Eiweiße werden als Peptide, längerkettige als Polypeptide bezeichnet.
Proteine erfüllen vielfältigste Funktionen als Stütz- oder Struktursubstanzen, in Körperflüssigkeiten u.a. als Enzyme, Hormone oder zum Transport von Sauerstoff.
Pseudodemenz
Symptome einer Demenz im Rahmen einer Depression.
Siehe Depression.
Schlaganfall
Plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns, die sich nicht mehr vollständig zurückbildet.
Ursache eines Schlaganfalls ist meist der Verschluss einer Arterie, die das Gehirn mit Blut versorgt, seltener eine Blutung. Als Folge treten oft Lähmungen, Empfindungsstörungen und Schwierigkeiten mit dem Sprechen auf. Häufig gehen einem Schlaganfall Durchblutungsstörungen des Gehirns voraus, die sich wieder zurückbilden.
Senile Plaques
Ablagerungen von verklumptem ß-Amyloid außerhalb von Nervenzellen.
Siehe Plaques.
Single-Photon-Emissionscomputertomographie
Schnittbildverfahren unter Einsatz radioaktiver Strahlen.
Bei diesem bildgebenden Verfahren wird die Verteilung verabreichter radioaktiver Strahlung in einem Schichtaufnahmeverfahren ermittelt und über einen Computer zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Eingesetzt werden bei der SPECT Gammastrahlen (sog. Einzelphotonen). Das Verfahren eignet sich zur Darstellung der Gehirndurchblutung.
SKT
Abkürzung für "Syndrom-Kurztest".
Siehe Syndrom-Kurztest.
SPECT
Abkürzung für "Single-Photonen-Emissionscomputertomographie". Schnittbildverfahren unter Einsatz radioaktiver Strahlen.
Siehe Single-Photon-Emissioncomputertomographie.
Synapse
Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen.
An den Synapsen, den Endungen oder "Endknöpfchen" von Nervenzellen, findet die chemische Weiterleitung von Reizen mittels Neurotransmittern statt. Diese Moleküle werden in der Regel aus Speicherbläschen der Synapse in den Spalt zwischen zwei Nervenzellen freigesetzt und docken an die andere Nervenzelle an. Dort wird dieser Reiz wieder in einen elektrischen Impuls umgewandelt.
Syndrom-Kurztest
Test zur Erfassung von Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen.
Dieser neuropsychologische Test dient zur Beurteilung des Schweregrades einer Hirnleistungsstörung. Der Syndrom-Kurztest (SKT) besteht aus neun, jeweils auf eine Minute begrenzte Untertests.
Tau-Protein
Eiweiß, das einen Baustein der Mikrotubuli von Zellen darstellt.
Mikrotubuli sind Strukturen, die für den Stofftransport im Inneren von Nervenzellen verantwortlich sind. Bei der Alzheimer-Krankheit ist dieser Stofftransport beeinträchtigt. Ursache ist ein übermäßig mit Phosphor beladenes Tau-Protein, das sich in Form von Neurofibrillen in Nervenzellen ablagert.
Vaskuläre Demenz
Demenz infolge von Durchblutungsstörungen des Gehirns.
Ursache der vaskulären (= Gefäße betreffenden) Demenz ist meist die sog. Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung"). Entzündliche Veränderungen und Fetteinlagerungen in der Gefäßwand führen zu einer langsamen Verengung des Blutgefäßes. Verstopft ein Gerinnsel dann ein Blutgefäß endgültig, stirbt Hirngewebe hinter dem Verschluss infolge des Sauerstoffmangels ab.
Der Verschluss eines großen Blutgefäßes tritt als Schlaganfall in Erscheinung. Verstopfen wiederholt kleinere Blutgefäße im Gehirn, bleibt dies zunächst oft unbemerkt. Mit der Zeit kann sich jedoch daraus eine Demenz entwickeln. Auch wiederholte Schlaganfälle können mit einer verminderten geistigen Leistungsfähigkeit einhergehen.
Verhaltenstherapie
Psychotherapeutische Verfahren, bei denen versucht wird, psychische Störungen zu verändern oder abzubauen.
Viele Psychotherapieverfahren arbeiten mit Elementen der Verhaltenstherapie. Häufig werden Belohnungen eingesetzt, um schrittweise Therapieziele zu erreichen. Die Therapieform zielt auf die Bewältigung des Alltags durch die Betroffenen ab. Bei Alzheimer-Patienten können damit problematische Verhaltensweisen angegangen und eine größere Selbstständigkeit erreicht werden.
Zahlen-Verbindungs-Test
Test zur Messung der Bearbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns.
Dieser neuropsychologische Test bestimmt die Geschwindigkeit, mit der eine
Hirnleistung erbracht wird. Der Zahlen-Verbindungs-Test (ZVT) wird für
eine große Altersgruppe empfohlen. Er ist unabhängig von der
Sprache und innerhalb kurzer Zeit durchführbar. Beim Test sind die
Zahlen 1 bis 50 zufällig auf einem Blatt Papier verteilt und müssen
so rasch als möglich verbunden werden.
ZVT
Abkürzung für "Zahlen-Verbindungs-Test".
Siehe Zahlen-Verbindungs-Test.