Inhalt

Mitteilung vom 17.06.2009

Diagnose Alzheimer-Demenz

Verzögerung des Krankheitsverlaufs durch medikamentöse Therapie

Über eine Million Menschen sind in Deutschland von einer Demenz betroffen, der Großteil von der Alzheimer-Demenz – Tendenz steigend. Doch noch immer wird die Krankheit zu selten diagnostiziert. Obwohl einfache Testverfahren zur Verfügung stehen, dauert es im Allgemeinen mehrere Jahre, bis ein Arzt die Diagnose stellt. Eine unverzügliche Diagnose ist entscheidend. Denn was viele Patienten und Angehörige nicht wissen: Eine medikamentöse Therapie kann das Fortschreiten des Krankheitsverlaufs verlangsamen und somit für mehr Lebensqualität sorgen.

Alzheimer-Demenz ist mehr als das Verlegen von Gegenständen oder das Vergessen von Namen und Gesichtern. Es ist keine normale Erscheinung des Alterns oder reine "Schusseligkeit" eines Betroffenen. Alzheimer-Demenz ist eine diagnostizierbare Krankheit, die behandelt werden muss. Charakteristisch für die Erkrankung ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Es bilden sich zwischen und in diesen Zellen Eiweißablagerungen, welche die Stoffwechselvorgänge der Zellen stark einschränken. Besonders betroffen von diesen Einschränkungen ist der Botenstoff Acetylcholin, der die Leistung der Gedächtnisfunktion bestimmt. Die Folge: Informationsspeicherung und -abruf werden im Gehirn erheblich beeinträchtigt. Bei dem Patienten äußert sich dies in Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, der Sprache und auch der Alltagsbewältigung. Frühe Warnsignale einer möglichen Erkrankung können sein: häufiges Vergessen, Wortfindungsstörungen, nachlassendes Interesse an sonst üblichen Hobbys oder Schwierigkeiten, sich in ungewohnter Umgebung zurechtzufinden bzw. Situationen adäquat zu beurteilen. Aber auch sozialer Rückzug, depressives Verhalten, Angst sowie Reizbarkeit können Symptome der Alzheimer-Demenz sein. Probleme im Alltag, z. B. bei alltäglichen Verrichtungen, kommen hinzu. In jedem Fall sollte die Ursache solcher Symptome umgehend durch einen Arzt abgeklärt werden.

Frühe Diagnose ermöglicht eine frühe Therapie

Viele Angehörige sind geschockt, wenn ein geliebter Mensch an Alzheimer-Demenz erkrankt. Doch statt in der Situation zu verharren oder sie zu ignorieren, sollte man umgehend aktiv werden. Eine schnelle Diagnose bedeutet gleichzeitig eine Chance für den Patienten. Zwar ist Alzheimer-Demenz nicht heilbar, doch die medikamentöse Behandlung mit Antidementiva kann ein Fortschreiten der Symptome für eine gewisse Zeit aufhalten. Hierbei haben sich sogenannte Acetylcholinesterase-Hemmer bewährt. Mittels dieser Arzneimittel kann zumindest ein Teil des Acetylcholin-Mangels im Gehirn ausgeglichen werden. Der Vorteil einer Therapie liegt für Betroffene und deren Angehörige auf der Hand: Behandelte Patienten können ihre Alltagsfähigkeiten und damit ihre Selbstständigkeit länger erhalten, die Gedächtnisleistung und das Konzentrationsvermögen können stabilisiert werden. Ein Heimaufenthalt kann auf diese Weise hinausgezögert werden - für die pflegenden Angehörigen bedeutet dies mehr gemeinsame Zeit mit dem Erkrankten.

[zurück zur Übersicht]