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Mitteilung vom 31.03.2009
Neues Demenzzentrum in Bonn kann starten
In Bonn entsteht ein neues Forschungszentrum, in dem Ursachen, Vorbeugung und Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen, insbesondere von Alzheimer und Parkinson, erforscht werden sollen. Als Gründungsdirektor konnte jetzt der italienische Biomediziner Pierluigi Nicotera gewonnen werden.
Berlin - Der international renommierte und erfahrene Medizinprofessor war als leitender Forscher an der Universität Konstanz tätig, arbeitete am Karolinska-Institut in Stockholm und als Direktor der Toxikologie im "Medical Research Council" in Großbritannien, wo er unter anderem Mechanismen untersuchte, die Nervenzellen schädigen. Am 19. Februar wurde er von Bundesforschungs-ministerin Anette Schavan zum Gründungsdirektor des Forschungszentrums berufen.
Im dem neuen "Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen" am Bonner Venusberg und an "Satellitenstandorten" in München, Tübingen, Rostock/Greifswald, Witten-Herdecke, Göttingen und Magdeburg sollen bestens ausgestattete Labors für bis zu 500 Wissenschaftler entstehen. Die Forscher sollen dabei eng mit den umliegenden Hochschulen, Hochschulkliniken, Max-Planck-Instituten und der Industrie zusammenarbeiten.
Strategien gegen Alzheimer und Parkinson
Das Zentrum soll insbesondere neue Strategien im Kampf gegen Alzheimer und Parkinson entwickeln - mit einem Jahresbudget von 66 Millionen Euro, das maßgeblich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird.
Zum Konzept des Zentrums erklärte Annette Schavan: "Immer mehr Menschen erkranken an Demenzen. Um ihnen zu helfen, brauchen wir Erfolge in der Forschung. Dazu führen wir die besten Wissenschaftler und Ärzte unter einem Dach zusammen. Damit stellen wir uns einer großen gesellschaftspolitischen Herausforderung angesichts der steigenden Lebenserwartung und der demographischen Entwicklung der Bevölkerung."
Die Grundmechanismen der Krankheiten verstehen
Nicotera plant, die Krankheiten von allen Seiten zu bekämpfen.
Es gelte, die Grundmechanismen zu verstehen, nach denen die Schäden im Gehirn entstünden und "frühe Biomarker" zu finden, also molekulare Spuren, die den Beginn einer Demenzerkrankung erkennen lassen. Zur Behandlung gebe es viele Ansätze:
" Klassische Pharmawirkstoffe, Stammzellen, Gentherapie, Impfung." Die Forscher würden sie alle verfolgen, aber es werde mindestens zehn Jahre dauern, bis die Grundlagen für ursächliche Therapien gelegt seien.
Auch die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und Angehörigen sind ein Ziel der Forscher. "Gerade für pflegende Angehörige ist die Krankheit eine ungeheure Belastung", sagte der Wissenschaftler, "wir werden versuchen, Wege zu finden, ihnen zu helfen."
Quellen:
- Spiegel-online:
www.spiegel.de vom 20.02.2009 -
www.gesundheit-report.de vom 19.02.2009