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Mitteilung vom 25.02.2009
Krankenhausaktion der Deutschen Alzheimer Gesellschaft:
Demenzkranke angemessen betreuen und pflegen
Wenn Demenzkranke ins Krankenhaus müssen, verläuft der Aufenthalt für sie oft katastrophal. Damit das nicht so bleibt, hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft jetzt einen "Informationsbogen für Patienten mit einer Demenz bei Aufnahme ins Krankenhaus" erstellt und verbreitet.
Die Zahl der Demenzkranken in Deutschland nimmt zu. Derzeit leben in Deutschland mehr als eine Million Menschen mit einer Demenz, zwei Drittel von ihnen leiden unter der Alzheimer-Krankheit. Diese Zahl wird in den nächsten Jahren stark zunehmen, so die Einschätzung des Wissenschaftlers Claus Wächtler, leitender Arzt für Gerontopsychiatrie in der Asklepios Klinik Nord in Hamburg. Er prognostiziert, dass jedes Jahr um 100.000 neue Erkrankte dazukommen und im Jahr 2030 gut zwei Millionen Demenzkranke in Deutschland leben werden.
Daher werden immer mehr Demenzkranke, sei es wegen der Behandlung ihrer Demenz, einer weiteren Erkrankung oder eines Unfalls, im Krankenhaus medizinisch versorgt werden.
Fremde Umgebung verstärkt die Verwirrtheit
Dabei verstärken die fremde, oft unruhige Umgebung und die Änderung persönlicher Gewohnheiten häufig die Gedächtnisprobleme und die Verwirrtheit der Patienten. Nach einer Operation sind sie durch die Nachwirkungen der Narkose oft zusätzlich desorientiert. Sie können sich schlecht mitteilen, manche von ihnen essen kaum und verlieren stark an Gewicht. Vereinzelt kam es schon zu Todesfällen, weil Patienten sich in der Klinik verlaufen haben und nicht rechtzeitig aufgefunden wurden.
Auch das Krankenhauspersonal ist überfordert, kann häufig mit den problematischen Verhaltensweisen der Patienten nicht umgehen und auf ihre Bedürfnisse nicht eingehen.
Mehr Information als Voraussetzung für eine bessere Betreuung
Um diese Situation zu verbessern, hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Experten einen zweiseitigen Informationsbogen entwickelt. Der Bogen wird von Angehörigen ausgefüllt. Er enthält Angaben zur Biographie (z.B. Muttersprache/ehemaliger Beruf/ Religion), zu Gewohnheiten des Patienten, Einschränkungen bei Sehen, Hören, Sprachverständnis und Sprechfähigkeit. Auch zu den Alltagsbereichen, die gerade in der Pflege wichtig sind, wie Essen und Trinken, Körperpflege oder Blasen- und Darmkontrolle, werden Angaben gemacht.
Der Informationsbogen soll dazu beitragen, dass Demenzkranke bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus angemessen betreut und gepflegt werden können. Er wurde an etwa 2.000 Krankenhäuser in ganz Deutschland verschickt und über die 112 regionalen Alzheimer-Gesellschaften und etwa 400 Selbsthilfegruppen an Angehörige verteilt.
Ebenfalls notwendig: bessere Arbeitsbedingungen
Heike von Lützau-Hohlbein, Erste Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, hofft, dass die zusätzlichen Informationen dazu beitragen, Menschen mit einer Demenz, ihren Angehörigen und dem Krankenhauspersonal das Leben zu erleichtern. Sie erklärt: "Allerdings müssen auch die Rahmenbedingungen verändert werden. Die Krankenhäuser brauchen mehr Personal und die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden."
Quellen:
- Pressemitteilung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vom 09.12.2008
- "Mediziner prognostiziert zwei Millionen Demenzkranke bis 2030", Spiegel-online vom 17.07.2008