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Mitteilung vom 22.07.2008
Vergesslich durch Rauchen
Schon in den mittleren Lebensjahren ist die Gedächtnisleistung von Rauchern im Schnitt deutlich schlechter als die von Nichtrauchern. Auch Ex-Raucher schneiden in Tests schlechter ab.
Rauchern droht neben dem erhöhten Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch die Gefahr, an Alzheimer zu erkranken. Dass sie häufiger als bisher angenommen und vor allen Dingen auch früher erkranken, belegt eine neue Studie.
Forscher um Séverine Sabia vom Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale in Villejuif, Frankreich, analysierten dazu die Daten von mehr als 10.000 Londoner Beamten im Alter zwischen 35 und 55 Jahren. Deren Rauchgewohnheiten wurden zu Beginn der Studie zwischen 1985 und 1988 sowie erneut zwischen 1997 und 1999 erfasst.
Zum zweiten Zeitpunkt wurden bei den Studienteilnehmern Gedächtnisfunktionen sowie kognitive und verbale Fähigkeiten untersucht. 4.659 der Probanden wurden fünf Jahre später, im Zeitraum von 2002 bis 2004, erneut getestet.
Dabei wiesen Raucher insgesamt schlechtere Ergebnisse auf als diejenigen, die noch nie zu Zigarette oder Zigarillo gegriffen hatten. Bei Ex-Rauchern waren nur einige Bereiche - vor allem Gedächtnis- und verbale Fähigkeiten - im Vergleich zu den Nichtrauchern beeinträchtigt. Allerdings waren diejenigen, die während des Verlaufs der Studie aufgehört hatten zu rauchen, auch noch im Hinblick auf andere Aspekte ihres Lebensstils gesundheitsbewusster geworden.
Die Forscher meinen, dass der Zusammenhang zwischen Rauchen und einer verminderten geistigen Leistungsfähigkeit des Gehirns unterschätzt werde, da viele Studien unter genau diesen Verzerrungen leiden würden. Sie warnen, dass bereits eine leichte Beeinträchtigung in mittleren Jahren die Entwicklung einer Demenz im Alter beschleunigen könnte.
Quelle:
- Arch Intern Med. 2008; 168: 1134.