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Mitteilung vom 26.06.2008
Erinnerung an das blühende Leben
Arbeit im Garten als Therapie für Demenzkranke
Das blühende Leben – für Demenzkranke ist das Vergangenheit. Während die Krankheit fortschreitet, geraten sie immer mehr in Isolation und Einsamkeit. Sie erkennen nicht einmal mehr ihre nächsten Verwandten und sind auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Menschen, die an einer Demenz leiden, brauchen mehr als andere die Gelegenheit, in ihrem Leben wieder aktiv zu werden.
Garten und Leben gestalten
Eine Möglichkeit dazu bietet die Gartentherapie. Arbeit im Garten als Therapie – was steckt dahinter? Für viele ältere Menschen und Demenzkranke war die Gartenarbeit früher Alltag und weckt daher Erinnerungen an vergangene, vielleicht auch bessere Zeiten in ihrem Leben. Darüber hinaus sind Bewegung in der Natur und die Zusammenarbeit mit anderen Menschen einfach wohltuend.
Ausgebildete Fachkräfte aus dem Bereich der Psychologie, Pädagogik, Ergotherapie, Gärtnerei und Biologie tragen dazu bei, dass über die Beschäftigung mit der Pflege von Pflanzen verschiedene Ziele beim Patienten erreicht werden. Beispielsweise möchte man die Demenzkranken so weit bringen, dass sie mehr auf ihre körperlichen Bedürfnisse achten – und sich beispielsweise vor Hitze und Kälte, aber auch vor Schmutz und Verletzungen schützen. Auch eine gesunde Ernährung soll ihnen nahegebracht werden. Bei der Gartenarbeit lernen sie viel über die verschiedenen Gemüsesorten und beim gemeinsamen Kochen kann das Wissen auch gleich umgesetzt werden.
Ein Park für Demenz-Patienten
In Weilerswist wurde mit der Trägerschaft der AWO eine Parkanlage speziell für Demenzkranke gebaut. Um die Orientierung der Patienten zu erleichtern, wurde ein Handlauf eingerichtet, der zudem künstlerisch gestaltet wurde. Damit soll der Tastsinn gefördert werden. Um alle fünf Sinne anzuregen – Hören, Riechen, Schmecken, Sehen und Fühlen – wurden beispielsweise Obstschalen aufgestellt. Auch damit sollen Erinnerungen geweckt werden.
Gartentherapie hilft Körper und Seele
Die regelmäßige Bewegung in der Natur und die Beschäftigung mit sinnvollen Tätigkeiten wie der Pflege von Pflanzen tun dem Körper und der Seele gut. Die Motorik wird verbessert, das Immunsystem gestärkt, die Muskulatur aufgebaut. Wenn durch gute Pflege die Pflanzen gedeihen und die Früchte der eigenen Arbeit bewundert werden können, ist dies auch ein Erfolgserlebnis in einem Alltag, der vom Erleben eigener Defizite geprägt ist. Dies kann dazu beitragen, dass das Selbstvertrauen steigt – und dass man endlich wieder Freude erlebt.
Quellen:
- www.alzheimer-forschung.de, vom 03.04.2008