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Mitteilung vom 19.05.2008

Bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag!

Krafttraining kann bei Demenz-Patienten den Krankheitsverlauf bremsen

Mehrere kleine sportwissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Körperliche Betätigung trägt nicht nur dazu bei, die körperliche Fitness zu erhalten. Sie hat auch positive Auswirkungen auf die geistige Gesundheit. Sogar Menschen, die bereits an einer Demenz im frühen Stadium erkrankt sind, können von einem regelmäßigen sportlichen Training profitieren.

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper
Wer sich sein Leben lang viel bewegt, tut etwas für seine körperliche Gesundheit – das steht fest. Blutgefäße, Herz, Stoffwechsel – viele Organe profitieren davon, wenn Sie lieber Treppen steigen und Rad fahren als Aufzug und Auto zu benutzen. Doch das ist nicht alles: Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass Sport, aber auch jede andere regelmäßige Bewegung, wie beispielsweise Gartenarbeit, einen gewissen Schutz vor einer Demenz bieten. Wie stark diese Schutzwirkung ist, hängt davon ab, wie intensiv und konsequent Sie das Training betreiben. Verschiedene Studien berichten von einer Senkung der Demenz-Rate um 45 bis 60 Prozent bei Menschen, die sich viel bewegen.

Auch alte Menschen können sich fit halten. In zwei Studien trainierten Senioren zweimal pro Woche: Auf dem Programm standen gymnastische Übungen und Training mit Gewichtsmanschetten. Dies hatte einen positiven Effekt auf die körperliche Leistungsfähigkeit. Die Koordination verbesserte sich, es kam weniger häufig zu Stürzen.

Auch Demenz-Kranke profitieren
Was überraschte: Auch bei den Patienten mit einer mittelschweren Demenz bemerkte man günstige Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit. Im Mini-Mental-Satus-Test, einem einfachen Test, der zeigt, wie geistig rege die Testperson ist, blieben die Werte über ein Jahr stabil. Eigentlich wäre eine Verschlechterung im Test zu erwarten gewesen. Die Studienleiter schlossen daraus, dass bei Demenz-Kranken in einem frühen Stadium mit einem Krafttraining der Krankheitsverlauf etwas gebremst werden kann. Dadurch, dass die Trainierten weniger oft stürzten und ihre geistige Leistungsfähigkeit länger erhalten blieb, musste auch der Pflegeaufwand erst später heraufgestuft werden. Dies bedeutete sowohl für die Patienten wie auch für ihre Betreuer eine bessere Lebensqualität.

Fazit: Bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag – auch Ihren grauen Zellen zuliebe! Und sollte einer Ihrer Angehörigen oder Freunde an einer Demenz leiden: Motivieren Sie ihn dazu, sich zu bewegen. Es ist dafür nie zu spät!

Quelle:

  1. www.aerzteblatt.de vom 15. Mai 2008
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