Inhalt
Mitteilung vom 24.09.2007
Die Alzheimer-Krankheit: Was schadet, was schützt, was nützt?
Was kann bei Vorbeugung oder Behandlung helfen?
Demenzrisiko kann durch Passivrauchen steigen
Eine kalifornische Studie gab Hinweise darauf, dass eine starke Belastung durch Passivrauchen – definiert als regelmäßiges Passivrauchen über mehr als 30 Jahre – das Risiko, an Demenz zu erkranken, um 30 Prozent erhöht (1).
Mit Curry gegen Beta-Amyloid
Die Substanz Cucurmin, die im Curry zu finden ist, zeigte in einer Studie die Fähigkeit, Fresszellen zu stimulieren. Diese so behandelten Zellen waren danach in der Lage, besonders effektiv Beta-Amyloid zu verdauen, das bei der Alzheimer-Demenz zu großen Ablagerungen (Plaques) verklumpt und Nervenzellen im Gehirn schädigt. Mäuse, die mit Cucurmin behandelt wurden, bekamen kaum Alzheimer-Plaques (2).
Besseres Gedächtnis durch Erdbeer-Farbstoff
In Erdbeeren fanden Forscher einen Stoff (Fisetin), der das Wachstum von Nervenzellen fördert. So wird die Speicherung von Informationen im Langzeitgedächtnis begünstigt. Dieser Effekt wurde bei Mäusen entdeckt. Auf der Basis von Fisetin könnten künftig möglicherweise neue Medikamente gegen Demenzerkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit entwickelt werden. Übrigens: Wollte man durch den Verzehr von Erdbeeren die notwendige Zufuhr von Fisetin erreichen, müsste man täglich etwa 5 kg der Früchte zu sich nehmen (3).
Zwei Sprachen gegen die Demenz
Wer sein Gehirn dadurch trainiert, dass er zwei Sprachen spricht, hat die Chance, das Auftreten einer Alzheimer-Demenz um vier Jahre hinauszuschieben. Eine kanadische Studiengruppe machte diese Beobachtung bei 230 Patienten mit Denkstörungen, 132 von ihnen litten an der Alzheimer-Krankheit. Offenbar trainiert das Sprechen von zwei Sprachen die Nervenzellen (4).
Wer unglücklich ist, der vergisst...
Wer sich leicht stressen lässt und sich in seinem Leben unglücklich fühlt, wird mit einer größeren Wahrscheinlichkeit Gedächtnisprobleme, eventuell bis hin zu einer Demenz, bekommen als ein Mensch, der weniger negative Gefühle hat. Forscher um Dr. Robert S. Wilson aus Chicago berichteten über diesen Zusammenhang (5).
Antikörper zum Schutz vor der Alzheimer-Krankheit
US-Forscher entdeckten im Blut gesunder Personen Antikörper, die gezielt gegen die Eiweißstoffe in den für die Alzheimer-Krankheit typischen Ablagerungen im Gehirn vorgehen. Sie reagieren dabei erst, wenn sich die Eiweißstoffe bereits zu den schädlichen Verklumpungen zusammengelagert haben. Die Antikörper könnten irgendwann vielleicht auch für die Behandlung von Patienten mit bestehender Alzheimer-Krankheit geeignet sein (6).
Prionen schützen wohl vor der Alzheimer-Krankheit
Prionen sind bestimmte Eiweiße im menschlichen oder tierischen Organismus, die im gesunden Zustand auftreten können, aber auch bei Gehirnerkrankungen wie BSE oder der Creutzfeld-Jakob-Krankheit gefunden werden. Die harmlose Form des Prion-Eiweißes konnte in Zellkulturen die Bildung der bei der Alzheimer-Krankheit typischen Ablagerungen verhindern. Auch ist bekannt, dass genetische Veränderungen im Prion-Gen das Risiko für die Alzheimer-Krankheit erhöhen (7).
Mittelmeerdiät senkt Alzheimer-Risiko
Eine Ernährung mit reichlich Fisch, Obst, Gemüse, ungesättigten Fettsäuren und wenig rotem Fleisch reduziert das Alzheimer-Risiko um 40 Prozent. Wichtig ist, dass die Vitamine aus der Nahrung stammen, und nicht vorwiegend aus Nahrungsergänzungsmitteln. Obst und Gemüse enthalten noch viele andere gesunde Substanzen neben Vitaminen, beispielsweise Flavonoide, die offenbar auch eine positive Wirkung haben (8).
Quellen:
- American Academy of Neurology, 11.04.2007; Fundstelle: www.aerztlichepraxis.de
- Ärzte Zeitung, 06.10.2006
- Ärzte Zeitung, 19.10.2006
- Ärzte Zeitung, 16.01.2007
- Neurology, Juni 2007
- Ärzte Zeitung, 14.06.2007
- Ärzte Zeitung, 03.07.2007
- Ärzte Zeitung, 03.07.2007