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Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit?
Zwar verstehen Forscher heute wesentlich mehr über die Veränderungen, die im Verlauf der Erkrankung auftreten, doch ist die Ursache der Alzheimer-Krankheit nach wie vor meist unbekannt. Allerdings weiß man, dass sie weit vor den ersten Anzeichen mit typischen Veränderungen im Gehirn beginnt.
Eine Reihe an Risikofaktoren begünstigt die Entstehung der Krankheit oder ist mit einem häufigeren Auftreten verbunden.
Ablagerungen im Gehirn
Ein wesentliches Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit sind Ablagerungen aus Bruchstücken von Eiweißen im Gehirn, die nur unter dem Mikroskop zu sehen sind:
- Plaques: So werden kugelförmige, außerhalb von Nervenzellen verklumpte Ablagerungen des Eiweißes "Amyloid" bezeichnet.
- Fibrillen oder "Tangles": Diese fadenartigen Ablagerungen liegen innerhalb von Nervenzellen und bestehen aus zusammengelagerten "Tau-Proteinen"; sie können auch bei anderen Erkrankungen des Gehirns vorkommen.
Plaque: Mikroskopische Aufnahme einer Ablagerung im Gehirn eines Alzheimer-Kranken. Der Kern besteht aus verklumptem Amyloid und ist von Entzündungszellen umgeben.
Die Rolle der verklumpten Eiweiße bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit
ist noch nicht genau geklärt. Führende Grundlagenwissenschaftler
gehen zunehmend davon aus, dass die vermehrte Ablagerung von Amyloid im Gehirn
als entscheidender Faktor bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit anzusehen
ist. Sicher ist, dass besonders Gehirnregionen betroffen sind, die für
Gedächtnis, Sprache und Denkvermögen wichtig sind.
Entzündliche Vorgänge
Im Bereich der Ablagerungen sind auch Gehirnzellen aktiv, die sich auf
Abwehraufgaben spezialisiert haben. Offensichtlich werden die Ablagerungen
als "bedrohlich" erkannt
und bekämpft. Allerdings können die Abwehrvorgänge, die
mit einer Entzündungsreaktion einhergehen, selbst Schädigungen
verursachen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Personen, die über einen
längeren Zeitraum entzündungshemmende Medikamente einnahmen, z. B. Rheumamittel,
seltener an Alzheimer erkranken.
Vererbung: Nicht selten im Spiel
Aber keine Sorge: Wenn in einer Familie nur ein vereinzelter Alzheimer-Fall aufgetreten ist und die Krankheit im höheren Alter begann, ist kein erhöhtes erbliches Krankheitsrisiko zu befürchten. Größer ist das Risiko, wenn mehrere Verwandte erkrankt sind oder waren. Das Risiko ist umso größer, je mehr Krankheitsfälle es in der Familie gibt und je näher der Verwandtschaftsgrad zu dem Erkrankten ist.
Bei sehr wenigen Familien, deren Angehörige früh an Alzheimer erkranken, ist eine genetische Ursache nachweisbar. Bei der Hälfte aller Kinder, deren Väter oder Mütter früh an Alzheimer erkranken, kommt die Krankheit ebenfalls zum Ausbruch.
Nach heutigem Kenntnisstand sind Erbinformationen betroffen für
- den Vorläufer des "Amyloidproteins" (APP) auf Chromosom 21: Durch die Genveränderung entstehen mehr Bruchstücke des Amyloidproteins und mehr Plaques bzw. Fibrillen.
- die "Präseniline" auf den Chromosomen 1 oder 14: Als Folge dieser Genveränderung wird mehr Amyloid-Vorläuferprotein zerschnitten, wodurch sich ebenfalls die Bildung von Plaques und Fibrillen beschleunigt. In diesen Fällen ist meist eine eindeutige Vererbung nachweisbar.
Von der Schädigung zu den Beschwerden
Ablagerungen in der Umgebung und im Inneren von Nervenzellen legen nach und nach wichtige Lebensvorgänge der Zellen lahm. Als Folge davon erzeugen die betroffenen Nervenzellen weniger Botenstoffe (besonders Acetylcholin), mit denen sie sich untereinander verständigen.
Mangel an Acetylcholin
Am stärksten betroffen ist der Botenstoff Acetylcholin, der für die
Gedächtnisfunktion besonders wichtig ist. Durch den Mangel an Acetylcholin
wird die Speicherung und der Abruf von Information erheblich beeinträchtigt.
Schließlich geht in bestimmten Abschnitten des Gehirns sogar ein großer
Teil der Nervenzellen und der Nervenzellverbindungen völlig verloren.
Abnehmende Stoffwechselleistung
Als Folge der abnehmenden Dichte an Nervenzellverbindungen nimmt auch die Stoffwechselleistung der betroffenen Gehirnregionen ab. Mit Hilfe einer speziellen Untersuchungsmethode können solche Veränderungen des Stoffwechsels sichtbar gemacht werden - noch bevor nennenswerte Symptome in Erscheinung treten.
Was sind keine Ursachen der Alzheimer-Krankheit?
Klar ist, wodurch die Alzheimer-Krankheit nicht verursacht wird:
- nicht durch Atherosklerose, also nicht durch "Verkalkung" der Arterien
- nicht durch Über- oder Unterforderung des Gehirns
- nicht durch Infektion
- nicht durch Aluminium oder andere Metalle.