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Aggressivität

Viele der unangenehmen aggressiven Gefühlsäußerungen entstehen aus einem Konflikt zwischen der Selbsteinschätzung des Patienten und den wirklichen Verhältnissen, die er nicht mehr zutreffend erfassen kann. Typischerweise fühlt sich der Patient durch irgendeine Ihrer Handlungen gekränkt oder gedemütigt und setzt sich dagegen zur Wehr. Beispiele dafür sind gut gemeinte Hilfestellungen beim An- oder Auskleiden, beim Essen oder im Bad. Andere Anlässe sind Situationen der Überforderung oder der Ausweglosigkeit.

Oft befinden sich Alzheimer-Kranke in einem früheren Stadium ihrer Lebensgeschichte und reagieren zornig, wenn sie korrigiert werden, z. B. ihnen mitgeteilt wird, dass die eigene Mutter nicht mehr lebt. Eine Reizüberforderung durch zu starke Geräusche oder zu viele Menschen kann ebenfalls ein Auslöser für aggressives Verhalten sein.

Für die Kranken stellt es auch eine Überforderungssituation dar, wenn sie ständig mit Anweisungen oder Erklärungen konfrontiert werden, die sie nicht mehr verstehen können.

Tipps

  • Seien Sie nicht gekränkt. Der Zorn des Patienten richtet sich nicht gegen Sie, sondern ist eine Reaktion auf die Unsicherheit, Angst und Verzweiflung, die ihn selbst quälen.
  • Behalten Sie einen klaren Kopf. Denken Sie daran, dass die Konfliktsituation für den Patienten noch schwieriger und unangenehmer ist als für Sie, und dass nur Sie das Problem lösen können.
  • Versuchen Sie den Patienten abzulenken, lassen Sie ihn Fernsehen, Musik, die er liebt, hören etc. Argumentieren nützt meist nicht, sondern heizt den Konflikt noch weiter an.
  • Machen Sie dem Patienten vor allem keine Vorhaltungen. Er vergisst schnell und versteht nicht, wie er sich verhalten hat.
  • Falls Aggressionen häufig vorkommen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Er kann Medikamente verschreiben, die überschießende Gefühlsäußerungen mildern.
  • Sollte Ihnen doch einmal der Kragen platzen, seien Sie gnädig mit sich selbst. Ihre Belastung sucht sich in solchen Explosionen ein Ventil. Der Patient wird die Szene viel schneller vergessen haben als Sie.
  • Wenn sich die Lage wieder entspannt hat, versuchen Sie herauszufinden, womit Sie ungewollt den Zorn des Patienten provoziert haben. Wurden Gefühle des Stolzes, der Ehre oder der Scham verletzt? Fühlte er sich überfordert und hilflos? War die äußere Situation zu unübersichtlich?