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Körperliche Störungen
Wie alle anderen Menschen können Alzheimer-Patienten körperliche Funktionsstörungen und Beschwerden haben, können diese aber oft nur schwer äußern. Auf Symptome wie Schmerzen, Durst oder Hunger wird der Patient oft nur durch eine allgemeine Unruhe oder durch Unwohlsein reagieren. Daher ist es besonders wichtig auf körperliche Beschwerden zu achten und indirekte Hinweise darauf wahrzunehmen.
Austrocknung
Der Körper trocknet aus, wenn zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird. Bei Alzheimer-Patienten ist die Gefahr der Austrocknung erhöht, weil das Durstgefühl herabgesetzt sein kann. Besonders in der warmen Jahreszeit müssen Sie auf mögliche Austrocknung achten. Sie kann bei Alzheimer-Patienten der Grund für Unruhe und für plötzlich verstärkte Orientierungsschwierigkeiten sein. Eine Austrocknung ist leicht zu erkennen.
So erkennen Sie eine Austrocknung
- Nehmen Sie eine Hautfalte, z. B. am Handrücken, zwischen Daumen und Zeigefinger und lassen Sie los. Wenn der Körper genug Flüssigkeit hat, verstreicht die Hautfalte rasch. Liegt eine Austrocknung vor, bleibt die Hautfalte stehen.
- Sehen Sie sich die Zunge an. Wenn eine Austrocknung vorliegt, verliert sie ihre normale rosa Farbe, hat einen weißlichen Belag und starke Furchen.
Verstopfung
Stuhlgang alle zwei bis drei Tage ist kein Anlass zur Sorge. Wenn die Abstände länger als fünf Tage werden, sprechen Sie bitte mit dem behandelnden Arzt über das Problem. Verstopfung kann das Wohlbefinden des Patienten empfindlich beeinträchtigen und zu Nervosität oder Aggressivität führen. Bei Verstopfung helfen einige einfache Maßnahmen.
Tipps
- Reichern Sie die Nahrung des Patienten mit Ballaststoffen an, z. B. mit Vollkornprodukten, Kleie, Obst und Gemüse. Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des Tages.
- Sorgen Sie dafür, dass der Patient sich genug bewegt. Wenden Sie keine Abführmittel an, wenn der Arzt nicht ausdrücklich solche Mittel verordnet hat. Sie können u. a. zu Durchfall, Leibschmerzen und Austrocknung führen.
- Verwenden Sie Einläufe nur nach Rücksprache mit dem Arzt.
Schmerzen
Schmerz ist ein natürliches Signal dafür, dass ein körperliches Problem vorliegt. Bei der Alzheimer-Krankheit kann dieses Signal in zweifacher Richtung außer Kraft gesetzt sein. Einerseits setzt die Krankheit manchmal die Schmerzempfindung herab, so dass der Patient keine Schmerzen äußert, obwohl er sich z. B. den Arm gebrochen hat. Andererseits kommt es vor, dass er Schmerzen signalisiert, obwohl er sich aus anderen Gründen unwohl fühlt.
Tipps
- Achten Sie nicht nur auf sprachliche Äußerungen von Schmerz, sondern auf die Körpersprache.
- Schmerzzustände sind oft an unwillkürlichen Schonhaltungen und Abwehrbewegungen zu erkennen.
- Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein körperliches Problem vorliegen könnte, sprechen Sie bitte mit dem behandelnden Arzt darüber.
Wundliegen
Zu den schwierigsten Problemen im Spätstadium der Alzheimer-Krankheit gehört das Wundliegen. Es entsteht, wenn die Haut an schlecht durchbluteten Körperstellen einreißt. Bei Patienten, die bettlägrig sind oder ständig sitzen müssen, entstehen solche Hautstellen besonders dort, wo Körperteile längere Zeit auf der Unterlage aufliegen. Durch einige einfache Maßnahmen können Sie dem Wundliegen vorbeugen.
Tipps
- Sorgen Sie dafür, dass der Patient seine Position möglichst oft ändert, so dass nicht immer dieselben Körperstellen belastet werden.
- Verwenden Sie spezielle Kissen oder Wechseldruckmatratzen zur Entlastung der gefährdeten Hautpartien. Der Arzt kann ein Rezept darüber ausstellen.
- Sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt über den Einsatz von Medikamenten, die ein Wundliegen verhindern.
Zahnprobleme
Eine sorgfältige Pflege des Mundes und der Zähne ist sehr wichtig, weil Probleme mit den Zähnen zu Schwierigkeiten mit der Nahrungsaufnahme führen.
Tipps
- Achten Sie auf eine regelmäßige Reinigung der Mundhöhle und der Zähne (auch der dritten).
- Verwenden Sie erfrischende Mundwässer.
- Suchen Sie regelmäßig den Zahnarzt zur Kontrolle und zur Zahnsteinentfernung auf. Denken Sie daran, dass wahrscheinlich Sie dem Zahnarzt erklären müssen, welche Zahnbeschwerden der Patient hat, da er selbst es nicht genau beschreiben kann.
Einschränkungen des Sehens und Hörens
Alzheimer-Patienten haben schon durch ihre geistigen Leistungseinschränkungen Schwierigkeiten, mit ihrer Umwelt in Verbindung zu bleiben. Störungen des Sehens und Hörens setzen ihre Fähigkeit zusätzlich herab, die Vorgänge um sie herum zu verstehen und sich zu orientieren. Außerdem verstärken Sie das Gefühl des Alleingelassenseins.
Tipps
- Anzeichen für verschlechtertes Sehen sind z. B. häufiges Stolpern oder dass der Patient nicht mehr fernsieht.
- Lassen Sie durch einen Optiker feststellen, ob die Brille des Patienten noch die richtige Stärke hat.
- Achten Sie auf Anzeichen der Schwerhörigkeit. Dazu kann gehören, dass der Patient nicht reagiert, wenn Sie ihn von der Seite ansprechen, oder dass er auffallend laut spricht.
- Veranlassen Sie gegebenenfalls die Anpassung eines Hörgeräts.
Medikamente
Sehr wahrscheinlich muss der Patient mehrere verschiedene Medikamente einnehmen. Sie können sich und Ihrem Arzt die Behandlung erleichtern.
Tipps
- Führen Sie eine Liste der verordneten Medikamente.
- Halten Sie in dieser Liste fest, wann ein Präparat angesetzt worden ist.
- Verwenden Sie eine mehrfach unterteilte Pillendose. Achten Sie darauf, dass der Patient die verordneten Medikamente auch einnimmt.
- Ändern Sie nicht die Dosierung eines Medikaments ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
- Lesen Sie die Beipackzettel der Arzneimittel und achten Sie darauf, ob die beschriebenen Nebenwirkungen auftreten.
- Berichten Sie dem behandelnden Arzt mögliche Nebenwirkungen.