Inhalt
Rechtliche Fragen
Auch wenn es zunächst schwer fällt, einige wichtige Angelegenheiten sollten besprochen und möglichst frühzeitig im Sinne des Alzheimer-Kranken geregelt werden. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die rechtlichen Aspekte, mit denen Sie sich im Verlauf der Erkrankung beschäftigen sollten.
Informationen über rechtliche und finanzielle Hilfen finden Sie auf den Seiten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V.:
Überblick über rechtliche und finanzielle Hilfen
Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patiententestament
Pflegeversicherung, Pflegeantrag und ein
Pflegetagebuch
Erste Krankheitsphase
Angehörige und Patienten stellen schon jetzt die Weichen für die Zukunft:
Betreuung/Vorsorgevollmacht
Fassen Sie eine Betreuungsverfügung ab, in der Anordnungen für den späteren Betreuungsfall getroffen werden (Lebensführung, Vermögensverwaltung, Gesundheitsfürsorge) oder erteilen Sie eine Vorsorgevollmacht, nach welcher ein Bevollmächtigter die Vertretung in allen Vermögens-, Renten-, Versorgungs-, Steuer- und sonstigen Rechtsangelegenheiten übernimmt.
Pflegeversicherung
Informieren Sie sich über Aspekte der Pflegebedürftigkeit, d. h. über die Feststellung der Pflegebedürftigkeit, die Pflegestufen und über die Pflegeversicherung.
Einwilligung in neue Behandlungsverfahren
Überlegen Sie sich, ob Sie evtl. schon jetzt in spätere neue Behandlungsverfahren oder wissenschaftliche Untersuchungen einwilligen wollen. Mehr ...
Fahrtauglichkeit
Beachten Sie, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt keine Fahrtauglichkeit mehr gegeben ist. Mehr ...
Beratung
Lassen Sie sich durch Selbsthilfegruppen, Alzheimer-Gesellschaften,
Sozialdienste, etc. beraten.
Links ...
Mittlere Krankheitsphase
In diesem Stadium der Alzheimer-Krankheit müssen Angehörige und Erkrankte konkrete Entscheidungen treffen:
Schwerbehindertenausweis beantragen
Stellen Sie den Antrag auf Feststellung der Behinderteneigenschaft
und des Grades der Minderung der Erwerbsfähigkeit
an Ihr zuständiges
Versorgungsamt. Mit dem Ausweis erhalten
Sie u. a. Steuerfreibeträge
und Vergünstigungen.
Mehr dazu auf den Seiten des AlzheimerForums ...
Pflegeantrag stellen
Stellen Sie den Antrag an die Pflegekasse (= Ihre Krankenkasse) auf Feststellung der Pflegebedürftigkeit und Einstufung in die angemessene Pflegestufe. Lassen Sie sich beraten über Pflegesachleistung, Pflegegeld bzw. die Kombination aus Sachleistung und Pflegegeld sowie über die Pflegeformen.
Soziale Beratung
Falls die soziale Situation es notwendig erscheinen lässt, sollten Sie sich ggf. vom Sozialamt über mögliche Hilfen beraten lassen.
Teilstationäre Betreuung / Heim
Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann eine teil- oder vollstationäre Versorgung notwendig werden. Es sollten jetzt Anträge an mehrere Einrichtungen gestellt werden. Bei den Tagespflegeeinrichtungen ist eine spezielle Pflege für ältere Menschen sinnvoll ("gerontopsychiatrische Versorgung").
Betreuung frühzeitig beantragen
Stellen Sie den Antrag auf Bestellung eines Betreuers beim Vormundschaftsgericht (Amtsgericht). Dabei gibt es verschiedene Aufgabenbereiche des Erkrankten, die übertragen werden können, wenn der Betreute nicht mehr einwilligungsfähig ist:
- Sorge für die Gesundheit: Untersuchung des Gesundheitszustandes, eine Heilbehandlung, einen ärztlichen Eingriff
- Freiheitsentziehende Maßnahmen: wenn z. B. ruhig stellende Medikamente verabreicht werden sollen
- Vermögensvorsorge: Vermögensangelegenheiten
Letzte Krankheitsphase
In diesem Stadium müssen alle rechtlichen Angelegenheiten des Erkrankten im Wesentlichen geregelt sein.
Heimunterbringung
Wichtig ist eine eindeutige Diagnosestellung, da die Art der vollstationären Versorgung von der Diagnose abhängt. Sie sollten sich eingehend mit dem Heimvertrag beschäftigen. Dies gilt besonders für Tagespflegeeinrichtungen.
Berücksichtigt werden sollten
- Ärztliche Versorgung (Arztwahl)
- Art, Ausrichtung (Gerontopsychiatrie) und Qualität der Versorgung
- Angebot an nichtmedikamentösen Therapien
- Art der Ernährung
- Aufgliederung der Kosten (Pflege- und Hotelkosten)
- Haftung
- Unterbringung in Einzel- oder Doppelzimmer
Checkliste: Rechtliche Fragen
Hier finden Sie eine Checkliste mit Stichpunkten zu rechtlichen Fragen.
Quellen
- Ratgeber in rechtlichen und finanziellen Fragen, Deutsche Alzheimer-Gesellschaft, 2000
- Laad H. Rechtliche Aspekte. In: BDA-Manual Demenz, Berufsverband der Allgemeinärzte Deutschlands – Hausärzte-Verband e. V. 2. Auflage, 1999.
Zuletzt aktualisiert 03/2006